Barcelona - Hardys Reise-Homepage

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Vier Tage Barcelona

reicht das für Barcelona ?




Das war die Frage, die ich nach der Reise 2009 gestellt hatte.
Und schon damals lautete die Antwort:
Nein, eigentlich reicht es nicht. Es gibt so viel zu sehen, dass 4 Tage nicht genügen, um diese sehr schöne Stadt zu genießen.
Also muss man irgendwann noch einmal hin ...


Und das haben wir dann im September 2010 auch gemacht.



Diesmal waren wir sogar fünf Tage in Barcelona


reichen denn fünf Tage für Barcelona ?





Um es vorweg zu sagen - nein, sie reichten wieder nicht. Also muss man irgendwann noch einmal hin ...

Auf dem Programm standen Dinge wie: Sagrada Familia, Casa Mila, die zwei großen Touren mit dem Sightseeing-Bus, der Montjuic mit dem Castel und dem Poble Espanyol, das Gotische Viertel und natürlich die La Rambla. Was noch dazu kam war - "La Merce 2010". Zufällig waren wir ausgerechnet in der Zeit in Barcelona, in der das jährliche "La Merce" stattfand und erst einen Tag vor dem Abflug nach Barcelona haben wir gemerkt, dass wir genau zur "La Merce 2010" da sein würden.


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nachfolgend eine Fotostrecke mit 31 Fotos von Barcelona


Im Gegensatz zu 2009 haben wir 2010 ein Hotel direkt an der La Rambla gewählt und es nicht bereut. Kurzzeitige Befürchtungen, es könnte vor allem Nachts im Hotel zu laut sein, stellten sich sehr schnell als unbegründet heraus. Nichts, aber wirklich absolut nichts, war im Zimmer vom ständigen Trubel auf der La Rambla zu hören.


Die La Rambla ist mehr als nur eine Straße, es ist die Straße in Barcelona. Eine Promenade, die den Placa de Catalunya mit dem Hafen verbindet, ca. 1,2 km lang. Die La Rambla ist eigentlich den Fußgängern vorbehalten, lediglich zu beiden Seiten des mittigen breiten Fußgängerbereichs befinden sich jeweils schmale Fahrstreifen für Fahrzeuge. Auf der La Rambla treffen sich Gaukler, Händler, Musiker, Jongleure, Akrobaten und Darsteller fantastisch bis bizarr anmutender Figuren mit den Einheimischen und den Touristen - aber leider treffen sich hier auch Menschen mit eigener Vorstellung von Eigentumsübergang und die so genannten Hütchenspieler, die gnadenlos abkassieren ...

Am oberen Teil der Promenade befindet sich die La Rambla de Canaletes. Hier befindet sich der Brunnen Font de Canaletes und die Geschichte sagt, wer aus diesem Brunnen trinkt, kommt zurück nach Barcelona.
Ich hatte zu spät von dieser Legende gehört, aber ich kam trotzdem zurück und diesmal ja sogar mit Begleitung und wir werden auch nochmal wiederkommen, obwohl wir auch diesmal nicht aus dem Brunnen getrunken haben.


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nachfolgend eine Fotostrecke mit 36 Fotos von Darstellungskünstlern auf der La Rambla


Etwas weiter vom Placa Catalunya entfernt befindet sich der Abschnitt Rambla de Sant Josep, der sich Rambla de les Flors nennt. Hier sind sehr viele Blumenhändler und hier befindet sich auch der Mercat de la Boqueria, eine riesengroße und tolle Markthalle. Danach erreicht man den Abschnitt Ramblas dels Caputxins. Dort liegt das Gran Teatre del Liceu und das Cafe de l'Opera.

Am Ende der Promenade befindet sich der Abschnitt, der sich Rambla de Santa Monica nennt. Hier befindet sich inmittel eines Kreisverkehrs in der Nähe des Hafens die 68 Meter hohe Kolumbussäule Monumento a Colon, auf der Kolumbus angeblich in Richtung Amerika zeigt (allerdings wird dies in verschiedenen Quellen auch bestritten). Kolumbus ist nach seiner Rückkehr aus Amerika im Hafen Barcelonas vom damaligen König Ferdinand I. empfangen worden.
Leider hatte ich 2009 zu spät erfahren, dass sich an der Spitze dieser Säule eine winzige Aussichtsplattform befindet und jetzt in 2010 war sie offensichtlich geschlossen.

Durch Zufall habe ich die Reste eines römischen Tempels in der Caller Paradiso 10, nah am Placa de Sant Jaume, gefunden - allein der Zugang zu diesen Tempel-Resten ist äusserst interessant. Versteckt in einem kleinen Innenhof erreicht man die Tempel-Reste durch einen wunderschön angelegten 'Hauseingangsbereich'.

Der Placa Reial, wenige Schritte von der La Rambla entfernt, ist ein toll angelegter Platz mit einem sehr schönen Brunnen in der Mitte. Der Placa Reial lädt zum Verweilen ein und viele Menschen machen von dieser 'Einladung' Gebrauch und genießen für einen Moment die Stille abseits der lebhaften La Rambla.


Die Sagrada Familia (Heilige Familie) gehört zu den berühmtesten Bauwerken des spanischen Architekten Antonio Gaudi. Seit 1882 befindet sie sich in Bau und der Zeitpunkt der Fertigstellung dieser berühmten Kirche ist derzeit noch unklar, einige Quellen sprechen von 2025, andere von 2030. Nicht nur außen, sondern auch im Inneren wird an der Kirche gearbeitet und es ist interessant, den Steinmetzen und Stukkateuren im Innenbereich der Kirche bei ihrer zum Teil filigranen Arbeit zuzuschauen.
Am 07.11.2010 hat Papst Benedikt XVI. die Sagrada Familia und den Altar geweiht und in den Rang einer Basilika erhoben (Basilika = Titel für Kirchenbauten von herausragender Bedeutung).
Nach ihrer Fertigstellung wird die Kirche insgesamt 18 Türme haben, davon sind derzeit erst 8 errichtet.

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nachfolgend eine Fotostrecke mit 21 Foto von der Sagrada Familia

Im Osten befindet sich die so genannte Geburtsfassade. Links vom Hauptportal ist das Portal der Hoffnung, das allerdings keine Gründe zur Hoffnung gibt. Sie zeigen den Mord an Kindern durch Herodes, die Flucht nach Ägypten und ein Kind, das eine tote Taube in der Hand trägt.
Der Bogen über dem Tor stellt eine Zweimannsäge dar, abgebildet sind Werkzeuge, die mit Berufen aus dem Bauwesen in Verbindung stehen. Das Portal wird von einem Felsen gekrönt, der den Berg Montserrat darstellt.
Das mittlere und größte Portal ist das Portal der Barmherzigkeit, das durch eine Säule zweigeteilt ist. Um diese Säule schlängelt sich eine Schlange mit dem Apfel der Sünde im Maul. Darüber befindet sich die Grippenszene mit Josef und Maria, die das Christkind anbeten.  In einer höheren Ebene über dem Portal wird gezeigt, wie Jesus Maria krönt, was die Marienverehrung im Katalanischen eindrucksvoll demonstriert.
Das rechte Portal des Glaubens zeigt einige Szenen aus den Evangelien. Oberhalb des Tores befindet sich eine grausame Darstellung des Herzens Jesu, gespickt mit Dornen. Darüber sind mehrere Figurengruppen. Auf den oberen Ebenen werden Hauptinhalte des Katholizismus dargestellt: die Dreifaltigkeit, das Dogma der unbefleckten Empfängnis, die Eucharistie und die Weisheit Gottes, auffällig dargestellt mit der Hand mit einem Auge.
Gaudi verwendete bei den Gesichtern der Figuren Gesichtsabdrücke der Arbeiter, die an der Sagrada Familia arbeiten, sowie Totenmasken Verstorbener.

Im Westen befindet sich die Passionsfassade. Sie wurde nach dem Tode Gaudis begonnen und ist noch nicht fertiggestellt und zeigt im Gegensatz zur Ostfassade kaum Verzierungen, sondern hat geometrisch klare Linien.
Die Hauptfassade wird einmal nach Süden zeigen. Diese so genannte Fassade der Herrlichkeit wurde noch nicht begonnen und soll mit 21 Säulen und zwei eigenen Kapellen gebaut werden.
Nach Fertigstellung im Jahr 2030 werden 11 Portale das Betreten der Kapellen, des Kreuzganges und der eigentlichen Kirche ermöglichen.

Gaudi hat sich bei seinen Planungen sehr von der Natur leiten lassen. So findet man bei genauer Betrachtung überall geometrische Formen, die der Natur, der Pflanzenwelt abgesehen sind. Beispiele dieser geometrischen Formen findet man überall in spiralförmigen Gebilden und Bauten, deren Formen z.B. Blüten oder Pflanzenstengel abgeschaut wurden.


Gaudi's Casa Batllo (sprich: Batijo) und das Casa Mila (auch "La Pedrera", das Steinbruchhaus, genannt) sind einige der herausragenden architektonischen Glanzstücke Barcelonas. Etwa 500 Meter oberhalb des Placa Catalunya befindet sich in der Passeig de Gracia 43 das Casa Batllo, das wie das Casa Mila besichtigt werden kann. In der Casa Mila kann eine "Museumswohnung" im Stil der Bauzeit des Hauses besichtigt werden.
Warteschlangen vor den Kassen bezeugen, wie beliebt diese beiden Häuser sind.

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nachfolgend eine Fotostrecke mit 38 Foto von der Casa Batllo und der Casa Mila

Während Gaudi von der Familie Batllo nur mit dem Umbau des 1877 errichteten Gebäudes beauftragt wurde, hat er das Casa Mila komplett geplant.
Die Fassade des Casa Batllo gibt die Legende des heiligen Georg, Sant Jordi genannt, wieder, des Schutzpatrons Kataloniens. Das Dach stellt die Schuppen des Drachen dar, gegen den der Heilige Georg gekämpft hat, das Kreuz auf dem Dach ist seine Lanze. Die schmiedeeisernen Balkone stehen für Totenköpfe und die Galerie im ersten Stock für das Maul des Drachen. Zunächst hatte die Baubehörde Bedenken, den Umbau zu genehmigen - zu futuristisch waren wohl die Pläne. Aber die Erteilung der Umbaugenehmigung erwies sich als kluge Entscheidung.

Das Casa Mila befindet sich ebenfalls in der Passeig de Gracia, Hausnummer 92, an der Kreuzung mit der Carrer de Provenca. Es wurde zwischen 1906 und 1910 im Auftrage der Familie Mila gebaut. Gaudi leistete bei der Planung des Gebäudes Pionierarbeit: Das penible durchdachte Belüftungssystem macht eine Klimaanlage überflüssig. Da das komplette Haus eine Eisen-Beton-Konstruktion ohne tragende Wände ist, können in jeder Wohnung alle Wände individuell verändert werden. Durch die drei Innenhöfe werden alle Zimmer des Hauses mit Tageslicht und Frischluft versorgt.
Das Casa Mila war das letzte Gebäude, dass Gaudi geplant und gebaut hat. Danach widmete er sich komplett der Planung und dem Bau der Sagrada Familia.


Montjuic - der Berg, den man von der Stadt aus fast ständig im Blick hat. Einmal vom Hafen aus mit Blick auf das Castel de Montjuic und einmal von der Innenstadt aus mit Blick auf das Museu National d'Art de Catalunya, das mich aus der Ferne mit seinem Dom immer ein wenig an den Petersdom bzw. an den Congress in Washington DC erinnert.
Auf den 173 m hohen Montjuic mit allen seinen Sehenswürdigkeiten (hier ist auch das ehemalige Olympiastadion) gelangt man ganz einfach entweder vom Hafen aus mit der Seilbahn, oder mit der Metro bis zur Station Paral-lel und von hier aus weiter mit der Standseilbahn.
Vom Castel aus hat man einen wunderbaren Blick bis zum Airport und über den gesamten Hafen, vom Museu National hat man einen tollen Blick fast auf die gesamte Stadt Barcelona.
1640 hat man an der jetzigen Stelle des Castel bereits mit einer Befestigungsanlage begonnen, die in nur 30 (!) Tagen fertiggestellt, aber auch entsprechend klein war. Immer wieder wurde das begonnene Castel weiter ausgebaut. Zeitweise waren bis zu 3.000 Menschen dort untergebracht und 120 Kanonen installiert. Zuletzt diente es als Strafgefangenenlager, insgesamt wurden dort 173 Menschen zwischen 1936 und 1938 hingerichtet. Bis 1960 diente das Castel als Militärgefängnis, ehe es dann an die Stadt Barcelona übergeben wurde.

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nachfolgend eine Fotostrecke mit 33 Foto vom Montjuice, dem Castel, dem Museu National d'Art de Catalunya und dem Poblo Espanyola

Auf dem Montjuic befindet sich auch das Poble Espanyol (Spanisches Dorf), ein künstlich angelegtes Dorf mit 117 Gebäuden, das aus Anlass der Weltausstellung 1929 in Barcelona am Fuße des Montjuic errichtet wurde. Es zeigt Nachbauten typischer Häuser aus allen Regionen Spaniens. Die Gebäude sind nicht bewohnt, aber in einigen Gebäuden zeigen Handwerksbetriebe ihr Können, wie z.B. der Glasbläser (absolut sehenswert !) im andalusischen Viertel. Auch befinden sich zahlreiche Restaurants im Poble Espanyol. So waren wir in einem Restaurant am Placa Mayor und waren von der Qualität sehr überrascht und haben dort gern gegessen.
Nach der Weltausstellung sollte das Dorf zunächst wieder abgerissen werden. Allerdings verhinderten die Bewohner von Barcelona den Abriss, weil es mittlerweile zu einem beliebten Ausflugsziel geworden war. Zu Zeiten Francos verfiel das Poble Espanyol zunehmens, wurde aber in den 1990er Jahren wieder hergerichtet - was auch den äusserst gepflegten und neuwertigen Eindruck erklären mag.


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nachfolgend eine Fotostrecke mit 31 Foto von "La Merce 2010"


La Merce - DAS Fest des Jahres in Barcelona. Dieses Fest wird seit 1902 zu Ehren von Mare de Deu de la Merce gehalten, Barcelona’s Schutzpatron und verabschiedet den Sommer mit einem lauten Knall und möchte den kühleren Herbsttagen willkommen heißen. Während der Tage des La Merce finden überall im Stadtgebiet von Barcelona hunderte von Aktivitäten an, einige davon sind die "Hauptereignisse", die dieses Fest auch berühmt gemacht haben, wie z.B. Correfoc (Feuervorführung), Castellers (Menschentürme) oder die Gigantes (Parade der Riesen).
Beim Correfoc auf der Via Laietana verschleudern furchterregende Drachen große Mengen an Feuer mittels möchtiger Wunderkerzen über die Kopfe der Zuschauer, begleitet von hüpfenden Teufeln, die ebenfalls Feuerwerke über die Köpfe der Zuschauer schießen. Überhaupt sind Feuerwerkskörper, laute Knallerei und Feuer das Gebot der Stunde.
Die Castellers werden auf dem Placa de Sant Jaume "aufgebaut". Tausende von Zuschauern versuchen, zum Platz zu gelangen, um zu sehen, wie die menschlichen Türme gebaut werden. Zuletzt steigt ein Kind bis zur Spitze des menschlichen Turmes und steht dann auf. Leider ist der Platz nicht groß genug für alle Zuschauer, so sind auch alle Straßen, die zum Placa de Sant Jaume führen, vollständig verstopft und es geht weder vor noch zurück.
Die Gigantes sieht man an verschiedenen Plätzen in der Stadt. Sie werden begleitet von zahlreichen Gruppen von Trommlern - ein unentwegter Höllenlärm, bis die Gigantes vorbeigezogen sind.


Während der Tage des La Merce sind auch auf verschiedenen Plätzen Bühnen für Musikdarbietungen aufgebaut und die Stadt kommt während dieser Zeit nicht zur Ruhe. Da La Merce auch ein Anziehungspunkt für Touristen ist, halten sich wärend der dreitätigen Veranstaltung unglaublich viele Menschen, vor allem im Bereich des Placa Catalunya, der La Rambla, des Placa Reial und des Placa de Sant Jaume, sowie auch im Hafengebiet auf.


"Viele Dinge habe ich in Barcelona gesehen und viele leider noch nicht. Was mir am besten gefallen hat, kann ich nicht sagen - mir haben die vielen kleinen, zum Teil sehr lebhaften, aber auch sehr ruhigen Seitenstraßen genauso gut gefallen, wie die stets überfüllte La Rambla mit all ihrem hektischen Treiben. " - war mein Resümee 2009. Dieses Jahr hat sicherlich La Merce einen Großteil meiner Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Aber auch Gaudi's Häuser und auch die übrigen Prachthäuser aus der Jahrhundertwende entlang der La Rambla (einschließlich meines Hotels), am Placa Catalunya und im Bereich der Passeig de Gracia, sowie in den vielen Seitenstraßen werden mich immer wieder faszinieren.


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